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January 04 Rauhnächte im DezemberIn dieser Zeit werden zwar allerorts das Weihnachtsfest und Neufahr gefeiert, aber kaum einer weiss, was diese Zeit ursprünglich für eine Bedeutung hatten. Die Zeit zwischen dem 21. Dezember und dem 6. Januar ist die stillste Zeit des Jahres. Diese 12 Tage werden auchmythologisch gesehen als Rauhnächte bezeichnet.
Diese Nächte stehen in enger Verbindung mit Ritualen rund um das Nutzvieh, auch Verhandlungen zwischen Tieren und Menschen oder haarigen, mythischen Wesen. Dieser Brauch hat vermutlich seinen Ursprung in der Zeitrechnung nach einem Mondjahr. Denn in der vorchristlichen Zeit wurdedas Jahr nach Monden berechnet. Denn ein Mondjahr umfasst nur 354 Tage. Die restlichen 11 Tage bzw. 12 Nächte werden als *Tote Tage* bezeichnet. Tage außerhalb der Zeit. Man glaubt, das zu diesem Zeitpunkt die normalen Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt sind und von daher die Grenzen zu anderen Welten fallen d.h.: besonders transparent sind.
Die Rauhnächte sind eine Zeit für Geisteraustreibungen oder -beschwörungen. Zur Mitte der Zwölfnächte (Silvester) sollte Wotan mit den Toten zur wilden Jagd aufbrechen. Das Geisterreich steht offen und die Seelen Verstorbener und Geister haben Ausgang. Bis in jüngster Zeit war in weiten Teilen Europas der Glaube verbreitet, das zauberkundige Menschen - die einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatten, sich zu dieser Zeit in Werwölfe verwandelten und Mensch und Vieh bedrohten.Diese Vorstellung spiegelt sich in den Perchtenläufen des Alpenraums wider. Auch der Brauch-
Silvester Lärm zu erzeugen - soll die Unholde fernhalten. Einige Rauhnächte galten mancherortsals derart gefährlich, das sie mit Fasten und Beten begangen wurden. Frauen und Kinder sollten nach Einbruch der Dunkelheit in ihren Häusern sein. Für unverheiratete Frauen aber war es eine Gelegenheit, um Mitternacht an einem Kreuzweg oder anderen magischen Ort ihren zukünftigen Bräutigam zu sehen. Er kam als Geistergestalt vorbei, wobei die Frau ihn weder ansprechen noch nachsehen durfte. Denn das hätte ihr den Tod bedeutet. (Dieser Brauch entstammt aus der Bretagne, Wales und Schottland).
Kinder, die an einem Samstag während dieser 2 Wochen geboren wurden, besaßen nach Auffassung der meisten europäischen Völker magische Kräfte. Wer tagsüber geboren wurde, konnte Geister und wiederkehrende Tote sehen und bekämpfen. Im orthodoxen Raum spricht man heute noch von Samstagskindern, die in Sagen Südeuropas die Gabe zum Vampirjäger haben, während die zum Dasein wiederkehrender Untoter verdammten Menschen meist in der Nacht zwischen dem 21. Dezember und dem 6. Januar geboren wurden. Besonders gefürchtet war die Geburt eines
Kindes am Weihnachtsabend, weil dies als Verhöhnung der Geburt Christi betrachtet wurde. |
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