Mythologien verschiedener Göttinnen aus vorpatriarchalischer Zeit
Lilith
Lilith ist die Erste, Ursprüngliche, die Dämonin, die auch unkontrollierte, chaotische Kraft bedeutet. Denn
in allen Religionen und Mythen gibt es als Warnung oder Verlockung das Böse. In der Bibel wird sie
nicht erwähnt oder nur in der Funktion des bösen Dämons. Aus dem Grunde, weil die später aufkommende
patriarchalische Herrschaft Angst vor der Kraft der weiblichen Energie hatten. Ziel war es, die
urweiblichen Kräfte zurückzustutzen, um den Frauen ihre Kräfte zu nehmen, und die männliche
Herrschaft an Kraft und Macht gewinnen konnte. Auswüchse der patriarchalischen Herrschaft war
die manipulative Verbreitung, das Eva die erste Frau Adams war, auch die Hexenverbrennungen dienten
dem Zweck, Frauen aus allen öffentlichen Bereichen zu verbannen.
Lilith aber ist ein Teil der Gesamtpersönlichkeit einer Frau, und kann nicht ignoriert werden. Und es
ist notwendig, das man die eigenen, dunklen Kräfte und Schattenmanifestationen kennenlernt.
Man kann an einem einsamen Ort in der Natur gehen, notfalls auch die eigene Wohnung. Wichtig ist:
Das man allein und ungestört ist, um sich gänzlich auf sich selbst besinnen zu können. Wichtig ist,
das man sich selbst sagt, was einem in den Sinn kommt, wovor man Angst hat, jedes Gefühl. Und wenn
es noch so bedrohlich erscheint und dunkel. Hauptsache, es fliesst. Wie die Persönlichkeit sich stets
neu definiert, so bleibt weder das Gute noch das Böse in einem haften. Deshalb sollte es auch wirklich
allein gemacht werden. Wenn man es beendet hat, hebt man beide Hände über den Kopf, und lässt die
dunklen Energien und Gedanken frei und stellt sich vor, das man sie in neutrale und positive Energie
umwandelt.
Das mythische, dazugehörende Tier der Lilith ist der Drache. Sie sind so alt wie die Welt. Drachen
verbünden sich mit niemanden. Sie sprechen in der alten Sprache der Schöpfung. Sie gehen keine
Kompromisse oder Verbindungen mit anderen Wesen oder Menschen ein. Ihr einziger Feind ist das
Absterben des mythischen Bewusstseins an sie. Sie verkörpern auch die Zeit des Mutterrechts.
Und der Kampf der christlichen Ritter mit dem Drachen ist nichts anders als der Kampf gegen die
Macht der Frau. Das Drachenblut, das unverwundbar macht, ist in Wahrheit das mächtige
Menstruationsblut der Frau.
>>> Luisa Francia <<<
Auszug aus ihrem Buch: Mond, Tanz, Magie
Lilith
Der Name Lilith kommt vermutlich aus dem Sumerischen und bedeutet:
"Die sich des Lichts bemächtigt hat"
(Siegmund Horwitz: "Lilith, die erste Eva" )
Lamaschtu
Furchtbar und ungestüm ist sie, sie ist wie ein Leopard. Ihre Füsse und Hände sind die eines
Vogels, ihre Hände sind schmutzig, ihr Gesicht ist das einer starken Löwin. Sie dringt durch das
Fenster ein, sie schleicht sich ein wie eine Schlange.
(F. Thureau-Dangin)
Ishtar
Je nachdem, in welcher Gegend des Vorderen Orients sie verehrt wurde, trägt sie Aspekte der
Grossen Muttergöttin. Aber auch als Himmelskönigin. Im gesamten Orient gilt sie als Sinnbild
der sinnlichen Liebe und der Verführung. Berühmt war sie auch als Heilgöttin für ägyptische
Pharaonen.
(Volkert Haas: "Hethitische Berggötter und hurritische Steindämonen)